Etwa 80 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung des Bund Naturschutz Regensburg zur Jahreshauptversammlung. Kreisvorsitzender Raimund Schoberer blickte zurück auf ein aktives Jahr Rund um Naturmobil, Kindergruppen, Laabertalwanderweg und vieles mehr. Die Ortsgruppen Beratzhausen, Regenstauf, Laaber und Alteglofsheim feierten Gründungsjubiläen und stellten ihre Aktivitäten lebendig vor.
Große Aufmerksamkeit erhielt der Gastvortrag von BN-Landwirtschaftsreferentin Marion Ruppaner, die das Spannungsfeld der bäuerlichen Landwirtschaft zwischen Biomasse, gesunden Lebensmitteln und Wirtschaftswachstum aufzeigte. Dabei kamen auch die EU Agrarreformvorschläge zur Sprache, die aus der Sicht des BN erhebliche Chancen für die bäuerliche Landwirtschaft, eine intakte Umwelt und unsere Kultulandschaft bieten. Besonders positiv ist das „Greening“: Es bedeutet, dass 7% der Ackerfläche ökologisch gepflegt werden sollen. Raine, Blühflächen oder Hecken haben dann auch wirtschaftlich einen Nutzen für den Landwirt. Ökologisch können sie den Trend zu immer größeren und ausgeräumteren Intensivlandwirtschaftswüsten stoppen helfen. Landschaftselemente wie Hecken und Uferrandstreifen verhindern Winderosion und den Eintrag von Spritzmitteln und wertvoller Ackerkrume in unsere Gewässer. Blühflächen bieten Futter für Insekten und Bienen, die zur Bestäubung beitragen, damit auch die Erträge von Raps oder Obstbäumen sichern und erhöhen.
Auch die Koppelung der Agrarsubventionen an bestimmte Flächenobergrenzen sei ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung, so Ruppaner, sie beuge der Tendenz zu einer zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft vor und stärke den kleineren bäuerlichen Betrieb. Auch die Energieerzeugung aus Biomasse müsse dezentral und vorwiegend aus Reststoffen und Grassilage erfolgen. Großanlagen ziehen lange Lieferwege nach sich und Monokulturen aus Mais und Raps zehren an der Humusschicht, fördern die Erosion und erhöhen den Eintrag von Nitrat und Pestiziden in die Gewässer.
Leider lassen die EU Vorschläge zur Agrarreform aus Sicht des BN in vielen Bereichen noch keine Abkehr von der Weltmarkt- und Exportorientierung und damit von der Weichenstellung zu weiterem Wachsen oder Weichen und in der Folge weiterer Ausräumung der Landschaft erkennen. Umso wichtiger bewertet Ruppaner die Politik des Einzelnen mit dem Einkaufskorb. Jede Kaufentscheidung zugunsten von regionalen, saisonalen, fairen und gentechnisch nicht veränderten Produkten stärkt die Bauern vor Ort, schützt die Umwelt durch kurze Wege, garantiert gerechte Preise und macht unabhängig von Saatzuchtmonopolen. „Eine industriegerechte ausgeräumte Landschaft kann weder im Sinn der bäuerlichen Betriebe und des Bauernverbandes sein, noch ist sie dies für die Naturschützer“ fügte Kreisvorsitzender Raimund Schoberer in der anschließenden Diskussion hinzu. Der BN wünsche sich vielmehr, der Bayerische Bauernverband sähe ebenfalls die guten Ansätze der Reform. Regional, nachhaltige und ökologische - auf dieser Basis bietet unsere Landwirtschaft Lebensmittel und Lebensqualtiät.